Gold und Silber: Erfolgreicher WM-Halbzeitstand für den TSV

Steffi Nerius gewinnt WM-GoldZur Halbzeit der Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Berlin kann sich die Bilanz des TSV Bayer 04 Leverkusen mehr als sehen lassen. Mit der unerwarteten Speerwurf-Goldmedaille zum Karriereende für Steffi Nerius und dem nicht ganz so überraschenden zweiten Platz von Siebenkämpferin Jennifer Oeser liegen die „Roten“ auf einem sehr erfolgreichen Kurs.

Jennifer Oeser konnte zunächst nicht so richtig glauben, was am vergangenen Wochenende (15./16.07.) im Olympiastadion passiert war. Doch so langsam ist ihr bewusst geworden, dass die sie in einem spannenden Wettkampf ihren größten internationalen Erfolg erzielte. Die vielseitige Polizeimeisterin, die von ihrem Trainer Karl-Heinz Düe als ausgeglichene Athletin mit einer leichten Schwäche im Wurfbereich beschrieben wird, strauchelte über die Hürden, stürzte über 800 Meter, aber war auf dem Weg zur Bestleistung trotzdem nicht aufzuhalten. 6.493 Punkte bedeuteten für die EM-Vierte eine satte Steigerung von 51 Zählern. „Hier war es das Optimale, was ich für mich heraus geholt habe.“ Ihr ganzes Potential ausgeschöpft hat Oeser aber noch nicht: „Die 6.500 Punkte sind nun das nächste Ziel.

Zwei Tage später folgte durch Steffi Nerius der nächste Paukenschlag. 67,30 Meter im ersten Wurf, Saisonbestleistung und bis zum Schluss von der Konkurrenz unerreicht. „Das war der Wettkampf meines Lebens, es hat einfach alles gepasst“, berichtete Nerius. Als die 37-Jährige im fünften Durchgang immer noch in Führung lag, sei sie schon etwas nervös geworden, erzählte die Europameisterin. Den Rücktritt vom Rücktritt schließt die Deutsche Meisterin aber aus: „Mein Körper wusste, dass es das letzte Jahr ist. Man soll sein Glück nicht herausfordern.“

Auch Leichtathletik-Geschäftsführer Paul Heinz Wellmann findet deutliche Worte für die Leistungen der Bayer 04-Athleten: „Das bisherige Abschneiden ist sensationell, ein Wahnsinnsergebnis.“ Von den 57 Punkten in der Nationenwertung gehen alleine 26 Zähler auf das Konto des TSV. Hierbei zählen auch der vierte Platz von Stabhochspringerin Silke Spiegelburg und die beiden sechsten Ränge von Linda Stahl (Speer) und Markus Esser (Hammer) mit. Gemessen an den Medaillen gab es für die Leverkusener nur eine erfolgreichere WM, als es 1997 in Athen durch Anke Feller (4×400 Meter) und Heinz Weiß (Hammerwurf) gleich zweimal Gold gab.

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