Meine kleine Deutschlandrundfahrt

DeutschlandrundfahrtEin Drama in acht Etappen

  • 965km Straße
  • 473 Dörfer
  • 57 Liter Getränke
  • 43 Std. Radfahren
  • unzählige Berge
  • 11 Flüsse
  • 8 Etappen
  • 5 Bundesländer
  • 1 Platten
vom 05.08. – 16.08.03

1. Etappe: Düsseldorf – Hilchenbach (130km)

"Pünklich" um acht Uhr (schon eine Stunde hinter meinem Zeitplant) ging es los, die erste Etappe meiner Radtour von Düsseldorf nach Hilchenbach im Siegerland. Das Wetter könnte gar nicht besser sein, Sonne pur bei etwas 24°C. Aber kaum war ich losgefahren, da hielt mich auch schon die erste kleine Panne auf, eine Trinkflasche tropfte und meine elf Kilo Gepäck (ich habe nachgewogen) drohten nass zu werden. Das sollte aber das einzige Problem an diesem Tag bleiben.
Die ersten Kilometer von zu Hause weg waren erste einmal reichlich unspäktakulär, immer an der B8 entlang. Aber schon nach 20km ging es richtig los, der berümte Ort Odethal, wo alljährlich das Radrennen "Rund um Köln" durchführt (Gruß an Focko, der Kreisverkehr ist echt niedlich *g*), mit dem ersten Berg (und es wird nicht der eizige bleiben, denn Berge werden mich noch auf allen acht Etappen verfolgen – oder ich sie). Nach gut 80km habe ich erst einmal meine wohlverdiente Mittagspause gemacht – es waren übrigens inzwischen 35°C. Danach ging es weiter durch das allseits bekannte Ferndorf (Gruß an Michael, der Tag dort letztens war echt klasse und kommt auf das Texel-Video noch mit drauf) und weiter bis nach Hilchenbach, wo ich nach 130km mein erstes Tagsziel erreicht habe.

2. Etappe: Hilchenbach – Grebenau (150km)

Heute morgen bin ich erst um halb neun losgefahren und das Wetter war nicht ganz so gut wie gestern, der Himmel war bei 22°C ziemlich bewölkt. Die ersten 30km führten mich noch recht hügelig durch das Siegerland, bis ich nach einer rasanten Abfahrt (72km/h maximal) auf die Lahn gestoßen bin. Inzwischen hatte die Sonne sich auch wieder Platz verschafft und die Temperatur sollte im Laufe des Tages wieder bis auf 34°C ansteigen. Ich bin also etwa 50km entlang durch das Lahntal gefahren bin, obwohl ich vom Fluss selber fast gar nichts gesehen hatte, weil der Radweg fast das ganze Stück an einer Bahnstrecke entlang führte, auf der in der ganzen Zeit nur ein einziger(!) Zug vorbeigekommen ist. Weiter ging es dann noch an einem anderen Fluss, bis die letzten 40km wieder durch hügeliegeres Gelände nach Grebenau gingen, wo ich nach 150km ziemlich erschöpft angekommen bin. Zum Glück habe ich mir für morgen einen Ruhetag eingeplant.

3. Etappe: Grebenau – Gotha (130km)

Heute war fast das gleiche Wetter wie bei der zweiten Etappe, morgens bewölkt bei 22°C und später sonnig bis zu 35°C. Es sollteauf dem heutigen Teilstück nur einen Berg geben, aber der ist dafür um so größer, denn ich musste auf dem Weg nach Gotha den Rennsteig überqueren. Aber zunächst ging es ziemlich flach durch das Fulda- und später durch das Werratal nach Thürngen. Allerdings war heute der Gegenwind etwas stärker als an den ersten beiden Tagen. Vorn dort bin ich dann in den Thüringer Wald abgebogen und mit 10% Durchschnittssteigung von 190m auf 533m geklettert. Nach 90km hatte ich den höchten Punkt meiner Tour erreicht. Aber weitere 10km später traten plötzlich starke Knieschmerzen auf, die auch auf den letzten 30km des Tages nicht nachließen. So habe mich mich entschlossen, abends noch zum Arzt zu gehen.

4. Etappe: Gotha – Bad Staffelstein (40km)

So hatte ich mir die Fahrradtour eigentlich nicht vorgestellt. Der Arzt hatte mir gestern erst einmal zwei bis drei Tage Schonfrist für mein Knie verordnet, so dass ich heute den größten Teil mit dem Zug fahren musste. Von Gotha bin ich also bei strahlendem Sonnenschein um halb acht 30km nach Arnstadt gefahren (Gruß an Bibi, jetzt war ich auch mal dort), weil von dort eine bessere Zugverbindung nach Lichtenfels führte, von wo aus ich die letzten 10km wieder mit dem Fahrrad am Main entlang nach Bad Staffelstein gefahren bin.

5. Etappe: Bad Staffelstein – Hammelburg (130km)

Als ich heute morgen um 8.15Uhr gestartet bin war es mit 20°C vergleichsweise kühl, denn eine dünne Wolkendecke erstreckte sich am Himmel, die ich mit der Zeit aber immer weiter hinter mir gelassen hatte, denn in Richtung Westen klarte es immer weiter auf. Gegen Mittag waren es dann, wie an den letzten Tagen auch, wieder 35°C warm. Meine größte Sorge war den ganzen Tag über, dass mein Knie wieder Probleme machen würde, aber es blieb schmerzfrei. Um es so gut wie möglich zu schonen habe ich meine Route etwas abgeändert und bin zunächst von Bad Staffelstein über Bamberg nach Schweinfurt 85km absolut eben den Main entlang gefahren. Nur die letzten 45km waren dann noch einmal etwas bergiger. Auf diesem Stück habe ich dann noch einmal eine neue Tourhöchstgeschwindigkeit von 76km/h aufgestellt. Und morgen kommt mit Hanau das wichtigste Etappenziel, denn da sehe ich endlich Steffi wieder, worauf ich mich schon die ganze Zeit riesig freue.

6. Etappe: Hammelburg – Hanau (130km)

Heute bin ich natürlich ganz früh aufgestanden und um halb sieben losgefahren, damit ich schnell bei Steffi bin. Oben in der Kaserne waren es um diese Zeit schon angenehme 24°C, aber unten im Tal dann nur noch kühle 17°C. So bin ich 30km die Fränkische Saale von Hammelburg nach Gemünden entlanggefahren – eine Gegend, wo wahrscheinlich nicht nur zu so früher Stunde absolut gar nichts los ist. In Gemünden bin ich wieder auf den Main getroffen, dem ich aber heute nur ein kurzes Stück flussabwärts bis nach Lohr gefolgt bin. Bis hierhin war der Tag noch recht flach, aber dann ging es durch den Spessart um einiges bergiger in Richtung Hanau weiter. Auch heute hatte es der Wind nicht gut mit mir gemeint und kam wieder von vorne. Und zu allem Überfluss hatte ich dann 10km vor Hanau noch einen Platten, was mich noch einmal exakt 13 Minuten aufgehalten hat. Doch das war alles nichts gegen die Freude, Steffi endlich wiederzusehen, also ich sie nach der Arbeit vom Krankenhaus abgeholt habe.

7. Etappe: Hanua – Rennerod (105km)

Zum heutigen Tag gibt es eigentlich nicht viel zu sagen. Ich bin heute erst um 9.45 Uhr sehr spät in Hanau losgefahren und jetzt sehe ich Steffi wieder für zwei Wochen nicht, nicht gerade ein Grund zur Freunde. Die Strecke war heute auch nicht sonderlich interessant, viel zu stark berfahrene Straßen und die ganze Zeit nur hügelig bis bergig. Die einzige Ausnahme war da ein 10km langes Stück, das über eine stillgelegte Eisenbahntrasse führte, das war landschaftlich vergleichsweise reizvoll. Das Wetter war heute auch nicht so gut, ich bin in Hanau bei Sonnenschein und 24°C losgefahren und in Rennerod bei 24°C und bewölktem Himmel angekommen. Jetzt bin ich schon recht froh, morgen Abend wieder zuhause zu sein.

8. Etappe: Rennerod – Düsseldorf (160km)

Heute morgen war es mit 16°C wieder sehr kühl und ich wollte mir fast ein langärmliges Trikot anziehen, als ich um acht Uhr zu meiner Schlussetappe aufgebroche bin. Nach circa 60km hatte ich dann den letzten Berg meiner Tour hinter mir gelassen und war wieder in Nordrhein-Westfalen. Vor dort bin ich 30km die Sieg entlang gefahren, eine landschaftlich sehr schöne Gegen, wenn auch die Radwege teilweise etwas schlechter waren. Ein paar Kilometer vom Bonn habe ich dann die Sieg verlassen und bin nach Norden geschwenkt. Kurz vor Köln, bei Stromkilometer 677, habe ich dann zum ersten mal seit langem wieder den Rhein gesehen, dem ich noch einmal 50km gefolgt bin. So war ich wirklich froh, nach knapp 160km endlich wieder zuhause zu sein.

 

Tour in Zahlen:  
Gesamtkilometer: 967,71 km  
Gesamtfahrzeit: 43:22:04 Std.  
Durchschnittsgeschwindigkeit: 22,31 km/h  
Höchstgeschwindigkeit: 76,56 km/h  
Längeste Etappe: 158,25 km  
Kürzeste Etappe: 104,78 km  
schnellster Tagesschnitt: 24,39 km/h (schließlich hat Steffi am Etappenziel auf mich gewartet *g*)

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